Bericht der Bank
Im Jahr 2025 hellte sich die wirtschaftliche Stimmung zu Jahresbeginn zunächst auf, insbesondere vor dem Hintergrund erwarteter staatlicher Ausgabensteigerungen für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Eine nachhaltige konjunkturelle Belebung blieb jedoch aus. Hohe weltwirtschaftliche Unsicherheiten, eine volatile US-Handelspolitik sowie inländische strukturelle Herausforderungen, insbesondere Bürokratielasten und eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, wirkten dämpfend auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Bilanzsumme und betreutes Kundenvolumen
In diesem herausfordernden Umfeld konnten wir unsere Position als verlässlicher Finanzpartner in der Region behaupten und sehen uns in unserer partnerschaftlichen und nachhaltigen Ausrichtung bestätigt.
Mit einem Anstieg aller von uns betreuten Kundenkredite und Kundengelder im abgelaufenen Jahr um 1,7 % auf insgesamt 5,15 Mrd. € haben wir den Wachstumspfad der letzten Jahre fortgesetzt. Unsere Bilanzsumme hingegen verminderte sich leicht um 8 Mio. € auf insgesamt 2,30 Mrd. €.
Kundengelder
Wir stellen die Bedürfnisse unserer Kunden konsequent in den Mittelpunkt unserer Beratung. So gelingt es uns, Mitglieder und Kunden sowohl von unseren eigenen Leistungen als auch von den Angeboten unserer Partner in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe zu überzeugen.
Insgesamt stiegen die betreuten Kundengelder um 84,0 Mio. €. Maßgeblich war dabei der Zuwachs der an unsere Verbundpartner vermittelten Kundengelder, die um 112 Mio. € zunahmen – auch begünstigt durch die positive Entwicklung an den Geld- und Kapitalmärkten.
Bei den bilanziellen Kundengeldern zeigte sich eine deutliche Verlagerung hin zu kurzfristigen Geldanlagen. Neben einem Anstieg der Spareinlagen kam es zu einer Umschichtung von fälligen Termineinlagen in Tagesgelder. Die Spareinlagen erhöhten sich um 24,0 Mio. € beziehungsweise 7,2 %. Gleichzeitig gingen die sonstigen Einlagen insgesamt um 51,8 Mio. € oder 3,4 % zurück. Innerhalb dieser Position stiegen Sichteinlagen und Tagesgelder um 58,1 Mio. € beziehungsweise 5,4 %, während befristete Einlagen um 109,9 Mio. € oder 23,9 % abnahmen.
Kundenkredite
Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten ist weiterhin eine Zurückhaltung bei den Investitionen und privaten Baufinanzierungen erkennbar.
Dennoch übertraf das Kreditneugeschäft mit einem Volumen von 256,0 Mio. € den Vorjahreswert von 244,0 Mio. €. Trotz dieses Anstiegs blieb das betreute Kundenkreditvolumen aufgrund hoher Tilgungen bei den bestehenden Krediten mit 1,73 Mrd. € nahezu unverändert.
Das bilanzielle Kreditvolumen inklusive der Bürgschaften und Gewährleistungen ist insgesamt konstant. Die Forderungen an Kunden stellen weiterhin die wichtigste Aktivposition dar. Ihr Anteil an der Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen – aktuell liegt er bei 61,8 %.
Das an die Partner der Genossenschaftlichen FinanzGruppe vermittelte Kreditvolumen konnte um 1,1 % erhöht werden.
Wertpapieranlagen
Zum Bilanzstichtag machten Wertpapieranlagen 29,0 % der Bilanzsumme aus. Das Portfolio setzt sich überwiegend aus festverzinslichen Anleihen, variabel verzinslichen geldmarktabhängigen Wertpapieren sowie Anleihen und Schuldverschreibungen mit ein- oder mehrfachen Kündigungsrechten zusammen. Investmentanteile werden ausschließlich in Form eines Spezialfonds gehalten.
Die Fälligkeitsstruktur der Eigenanlagen ist breit gestreut und auf die Zahlungsströme des bilanziellen Kundengeschäfts abgestimmt. Durch eine gezielte Limitierung und Diversifizierung der Anlagen begegnen wir dem Risikoaspekt angemessen. Die Bewertung der Wertpapiere im Anlagevermögen erfolgte nach dem gemilderten Niederstwertprinzip.
Eigenkapital und Liquidität
Die VR Bank Lahn-Dill verfügt über eine solide Eigenkapital- und Liquiditätsbasis. Das bilanzielle Eigenkapital, einschließlich des Fonds für allgemeine Bankrisiken, wurde zum 31.12.2025 – vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung – auf 308 Mio. € erhöht und beträgt damit 13,4 % der Bilanzsumme.
Die Kapitalplanung ist auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet.
Zum Jahresende beträgt die Kernkapitalquote 17,5 %, die Gesamtkapitalquote 18,6 % und die Liquiditätskennzahl (LCR) liegt bei 168,4 %. Die regulatorischen Anforderungen an Eigenmittel und Liquidität wurden im Geschäftsjahr 2025 jederzeit mit ausreichendem Abstand zu den vorgeschriebenen Mindestwerten erfüllt. Damit stehen Risiko, Ertrag und Eigenkapital der VR Bank Lahn-Dill weiterhin in einem ausgewogenen Verhältnis.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolges.
Zum Stichtag 31.12.2025 zählt unser Unternehmen 338 Beschäftigte (Vorjahr: 332). Rund 63 Prozent davon sind Frauen. Mit einer Teilzeitquote von 38 Prozent und flexiblen Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten bieten wir die Möglichkeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren – und sorgen so für eine Balance zwischen den Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmern.
Wir setzen auf ein erfahrenes Team: 65 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit mehr als zehn Jahren bei uns tätig. Das Durchschnittsalter liegt zum 31.12.2025 bei 44 Jahren; 58 Prozent unserer Belegschaft sind jünger als 50 Jahre.
Branchentransformation, Fachkräftemangel und veränderte Kundenbedürfnisse stellen die Bank und ihre Beschäftigten vor neue Anforderungen. Dies erfordert eine individuelle Personalentwicklung im Rahmen eines kontinuierlichen Aus- und Weiterbildungsprozesses sowie den Ausbau professioneller Personalentwicklungsangebote. Neben einer Vielzahl interner Schulungen ermöglichen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Teilnahme an externen Qualifizierungsmaßnahmen und nebenberuflichen Studiengängen.
Mit spezifischen Entwicklungsprogrammen bereiten wir sowohl junge Nachwuchskräfte als auch erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf künftige Führungs-, Projekt- und Spezialistenfunktionen vor. Damit treffen wir Vorsorge für die anstehenden altersbedingten Abgänge von Mitarbeitern. Zugleich bauen wir sukzessive eine interne und externe Führungskräfteentwicklung auf, um der strategischen Bedeutung unserer Führungskräfte gerecht zu werden.
Im Rahmen unserer Arbeitgebermarkenpositionierung und zur Sicherung des Nachwuchses sehen wir es als notwendig an, ausreichend junge Menschen für eine Ausbildung in unserer Bank zu gewinnen. Aktuell bieten wir 31 Nachwuchskräften eine Ausbildung in den Berufsbildern Bankkaufmann, Kaufmann für Digitalisierungsmanagement sowie Immobilienkaufmann an, fünf davon absolvieren ein duales Studium.
Ertragslage
Der Zinsüberschuss als wesentliche Ertragsquelle ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Mio. Euro bzw. 6,2% gestiegen und lag damit über dem geplanten Wert für 2025. Sinkende Geldmarktzinsen infolge der Leitzinssenkungen der EZB führten zu niedrigeren Erträgen bei unseren variabel verzinsten Eigengeschäften, sodass die Zinserträge, einschließlich der laufenden Erträge aus dem GuV-Posten 3, um 1,4 Mio. Euro bzw. 2,3% zurückgingen. Kompensiert wurde dies durch eine Verminderung der Zinsaufwendungen um 3,8 Mio. Euro bzw. 19,2%. Dieser Rückgang resultiert neben dem verringerten Marktzinsniveau aus einem insgesamt gesunkenem Kundeneinlagenvolumen sowie aus der Verlagerung von längerfristigen Einlagen hin zu täglich fälligen Verbindlichkeiten.
Der Provisionsüberschuss lag mit 18,6 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Während die Erträge insgesamt unverändert blieben, stiegen die Aufwendungen um 0,1 Mio. Euro beziehungsweise 5,9% an. Positiv entwickelten sich die Erträge aus dem Wertpapierdienstleistungsgeschäft, während die Einnahmen aus dem Vermittlungsgeschäft zurückgingen. Die Aufwendungen für Zahlungsverkehr und Kontoführung konnten gesenkt werden, während die Ausgaben für Kreditvermittlungen, Bürgschaften und für das Wertpapier- und Depotgeschäft angestiegen sind.
Die Verwaltungsaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Mio. Euro oder 1,9% gestiegen. Dabei haben sich die Personalaufwendungen, unter anderem durch Lohn- und Gehaltssteigerungen, um 0,8 Mio. Euro beziehungsweise 4,0% erhöht. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind um 0,1 Mio. Euro beziehungsweise 0,9% gesunken. Die Auswirkungen durch den allgemeinen Preisanstieg, insbesondere für die Datenverarbeitung, wurden durch geringere Beiträge zur genossenschaftlichen Sicherungseinrichtung und gegenüber dem Vorjahr verminderte Aufwendungen für die Modernisierung der Filialen kompensiert.
Insgesamt erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung um 1,7 Mio. €.
Die Aufwands- und Ertragsrelation (Cost-Income-Ratio) verbesserte sich von 59,5 % auf 58,3 %.
Das Bewertungsergebnis war im Berichtsjahr insgesamt negativ. Die Belastung aus dem Kundenkreditgeschäft lag höher als im Vorjahr. Auch das Ergebnis aus der Wertpapierbewertung wies ein negatives Vorzeichen aus.
Ausblick und Prognose
Für unseren Ergebnisausblick gehen wir von einer weitgehend stabilen Entwicklung in Deutschland aus. Die US-Zölle belasten einzelne Industrien, sind für die Gesamtwirtschaft jedoch verkraftbar. Auch der Ukrainekrieg führt zu keiner spürbaren Beeinträchtigung der deutschen Wirtschaft. Gleichzeitig unterstützt die expansive Finanzpolitik die konjunkturelle Erholung.
Unter der Annahme eines konstanten Zinsniveaus und eines wachsenden Geschäftsvolumens bei ansonsten weitgehend unveränderter Geschäftsstruktur erwarten wir einen steigenden Zinsüberschuss. Darüber hinaus planen wir durch Zuwächse im Wertpapiergeschäft, in der Immobilienvermittlung sowie im Zahlungsverkehr inklusive Kartengeschäft einen höheren Provisionsüberschuss.
Wir sehen einen deutlich höheren Verwaltungsaufwand, der sowohl den Personalaufwand über tarifliche Gehaltssteigerungen sowie Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung wie auch die Sachaufwendungen, insbesondere durch nachlaufende Inflationseffekte betrifft.
Im Kundenkreditgeschäft erwarten wir ein Bewertungsergebnis auf dem erhöhten Niveau des vergangenen Geschäftsjahres. Im Eigengeschäft rechnen wir hingegen mit Bewertungsgewinnen, die sich aus den zinsinduzierten Wertkorrekturen der letzten Jahre ergeben.
Gemäß den Ergebnissen aktueller Analysen sind wir in der Lage, potenzielle Belastungen aufgrund unserer stabilen Ertragskraft sowie Vermögens- und Substanzsituation zu bewältigen. Bestandsgefährdende Risiken sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erkennbar. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir mit einem Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau, einer entsprechenden Dotierung des Eigenkapitals und der Ausschüttung einer angemessenen Dividende.
